Rezension: P.Wampfler – Facebook, Blogs und Wikis in der Schule

Das hier wird die erste Buchrezension in diesem Blog. Via Google+ habe ich den Autor kennengelernt und dankenswerterweise hat er mir sein Buch zu Social-Media in der Schule zur Verfügung gestellt. Schon einmal vorab: Glückwunsch an Philippe Wampfler für dieses Werk.

Die Daten

Titel: Facebook, Blogs und Wikis in der Schule – Ein Social-Media-Leitfaden
Autor: Philippe Wampfler
Verlag: Vandenhoeck  & Ruprecht
ISBN: 978-3-647-70165-3
Preis: 24,99 EUR
Umfang: 174 Seiten

Der Aufbau

Das Buch gliedert sich in sechs größere Kapiteleinheiten mit mehreren Unterkapiteln. Dadurch bekommt es eine gute Struktur. Daran schließt sich ein Materialkapitel mit ein paar konkreten Vorschlägen an. Unterbrochen werden die Kapitel von kleineren Intermezzos (I-IV).

Der Aufbau folgt einer logischen Linie. Beginnend bei der Idee von Social Medie über das Nutzungsverhalten von Schülerinnnen und Schülern hin zu Möglichkeiten für Lehrpersonen gelangt Wampfler zu dem Kapitel welche Herausforderungen Social Media für die Schulentwicklung bereit halten. Natürlich fehlt auch der obligatorische Ausblick am Ende des Buches nicht. Daran schließt wie oben erwähnt das Kapitel mit Materialien, d.h. mit Merkblättern und Unterrichtseinheiten an.

Die Intermezzi (angeordnet zwischen den Kapiteln) widmen sich den Themen „Wie man Social Media lernt„, „Kontrollverlust und Filtersouveränität„, „Digitale Einsamkeit und Sucht“ und „Wirtschaftliche Interessen und Social Media„.

Der Inhalt

Wer eine kapitelweise Besprechung haben möchte, der sollte an anderer Stelle weiterlesen. Ein erster Anreiz ist m.E. mit dem oben skizzierten Aufbau gegeben.

Zum Inhalt selbst: es ist sehr spannend welch einen präzisen Rundumschlag Wampfler in diesem Buch vollzieht. Er nimmt sowohl SchülerInnen als auch LehrerInnen in den Blick, begrüßt Neuerungen und Möglichkeiten und weist zugleich auf Gefahren hin. Er fordert eine Auseinandersetzung mit dem Thema ohne es absolut zu glorifizieren und die Augen vor den Schattenseiten zu verschließen. Besonders angenehm ist es, dass er immer wieder die (m.E.) eigene Position verlässt und auf Bedenken und Ängste eingeht, sie thematisiert, diskutiert und sich nicht davor scheut auch einmal ein Problem ungelöst stehen zu lassen.

Leider begeht auch er den „Fehler“ und differenziert m.E. nicht genug zwischen medienaffinen SchülerInnen und denen die es nicht sind. Er setzt auch das Medienverhalten von Jugendlichen mit dem Verhalten von SchülerInnen gleich. An dieser Stelle denke ich, dass LehrerInnen bewusst sein muss, dass ein Schüler / eine Schülerin in ihrer Freizeit vielleicht ein anderes Mediennutzungsverhalten an den Tag legt als in der Schule. Es ist natürlich eine Herausforderung hier eine Brücke zu bauen, aber Kinder und Jugendliche sind m.E. immer nur zu einem Teil SchülerIn.

Was ich mir in solchen Werken immer wieder wünsche ist eine Thematisierung des Umstands, dass die englische Sprache ein Türöffner für große Teile in Social Media sind. Gerade in Verbindung mit Persönlichen-Lern-Netzwerken (ein Abschnitt in diesem Buch der mich nach „MEHR“ rufen lässt) ist dies ein wichtiger Umstand. Je nach Fach oder Thema funktioniert der Aufbau eines solchen Netzwerks nur dann, wenn sich der User (in diesem Fall der Schüler/die Schülerin) sicher in der englischen Sprache ausdrücken kann, da ihm ansonsten im Zweifelsfall nur die (wenigen) deutschsprachigen Experten bleiben.

Wampfler schafft es ein kurzes aber rundes Werk vorzulegen in dem er viele Aspekte beleuchtet ohne sie nur kurz anzureißen. Egal ob der Leser nun Netz-Enthusiast oder -Skeptiker ist, er wird sich in dem Buch wiederfinden und evtl. einen neuen Zugang zu Social Media bekommen.

Meine Meinung

Das Buch ist absolut lesenswert und führt umfassend in die Problematik ein. Wampfler lässt es sich nicht nehmen immer wieder die Perspektive zu wechseln und unterschiedlichen Argumenten zum Thema Social-Media in der Schule zu begegnen. Durch eine gute  Beobachtungsgabe, exakte Analysen und spannende Ideen wird der Leser dazu angeleitet sich selbst Gedanken zu machen und den neuen Herausforderungen im Bildungsbereich zu begegnen.

Einzig der Titel ist etwas verwirrend, da doch der Großteil des Buches sich dem gesamten Themengebiet Social Media widmet. Bei einem Titel der „Facebook, Blogs und Wikis in der Schule“ lautet (der Social-Media-Leitfaden taucht erst darunter auf) erwarte ich persönlich eher praktische Handreichungen bzw. Praxiserfahrungen zu bspw. Facebook. Aber das ist wahrscheinlich mein persönliches Ding – es bleibt dabei: LESEN – NACHDENKEN – UMSETZEN!!

Der Autor

Philippe Wampfler ist Lehrer an der Kantonschule Wettingen in der Schweiz. Daneben ist er bemerkenswert aktiv und schreibt in regelmäßigen Abständen Texte in und über Social-Media.

Lesenswert: Autorenblog

Der Autor auf Twitter

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